Baccarat (vereinfacht)
Baccarat ist eines der ältesten und prestigeträchtigsten Kartenspiele im Casino.
Über Baccarat (vereinfacht)
Baccarat ist eines der ältesten und prestigeträchtigsten Kartenspiele im Casino. In seiner vereinfachten Form werden zwei Hände ausgeteilt – der „Spieler“ und die „Bank“ –, die jeweils zwei Karten erhalten. Das Ziel ist es, einen Handwert zu erreichen, der so nah wie möglich an 9 liegt. Die Kartenwerte werden addiert, wobei nur die letzte Ziffer der Summe zählt (eine Hand mit 7 + 8 = 15 zählt also als 5). Bildkarten und Zehner zählen als 0, Asse als 1 und alle anderen Karten haben ihren Nennwert. Die Einfachheit des Grundspiels macht es leicht zugänglich und bewahrt gleichzeitig die Eleganz, die es seit Jahrhunderten zu einem Favoriten der High Roller gemacht hat.
Spielanleitung für Baccarat (vereinfacht)
Regeln
- Kartenwerte: Asse = 1, Karten 2–9 = Nennwert, 10er und Bildkarten (J, Q, K) = 0.
- Der Spieler erhält zwei offene Karten, die Bank ebenfalls zwei.
- Der Wert einer Hand entspricht der letzten Ziffer der Summe ihrer Karten. Beispiel: 7 + 6 = 13, daher beträgt der Wert der Hand 3.
- Wenn eine der beiden Hände insgesamt 8 oder 9 ergibt, handelt es sich um ein „Natural“ und es werden keine weiteren Karten gezogen. Der höhere „Natural“ gewinnt; sind beide gleich, ist es ein Unentschieden.
- Beträgt die Summe des Spielers 0–5, zieht der Spieler eine dritte Karte. Beträgt die Summe des Spielers 6–7, bleibt der Spieler stehen.
- Die Entscheidung der Bank, ob sie eine weitere Karte zieht, hängt von ihrer Gesamtpunktzahl und der dritten Karte des Spielers (falls gezogen) ab:
- Gesamtpunktzahl der Bank 0–2: zieht immer eine weitere Karte.
- Gesamtpunktzahl der Bank 3: zieht eine weitere Karte, es sei denn, die dritte Karte des Spielers ist eine 8.
- Banker-Gesamtsumme 4: zieht eine weitere Karte, wenn die dritte Karte des Spielers 2–7 ist.
- Banker-Gesamtsumme 5: zieht eine weitere Karte, wenn die dritte Karte des Spielers 4–7 ist.
- Banker-Gesamtsumme 6: zieht eine weitere Karte, wenn die dritte Karte des Spielers 6–7 ist.
- Banker-Gesamtsumme 7: Der Banker zieht keine weitere Karte.
- Die Hand, die näher an 9 liegt, gewinnt. Unentschieden sind möglich.
Vereinfachte Version (für unser Spiel)
Für eine vereinfachte digitale Version:
- Teile dem Spieler zwei Karten und dem Banker zwei Karten aus.
- Die Handwerte berechnen (Summe modulo 10).
- Die Regeln für die dritte Karte automatisch anwenden.
- Den Gewinner anzeigen: Spieler, Bank oder Unentschieden.
- Der Spieler setzt vor dem Austeilen darauf, welche Hand gewinnen wird.
Strategien
- Banker-Wette: Statistisch gesehen gewinnt die Banker-Hand etwas häufiger (etwa 45,8 % gegenüber 44,6 % für den Spieler), was sie auf lange Sicht zur besten Wette macht.
- Unentschieden-Wetten vermeiden: Die Unentschieden-Wette zahlt 8:1 oder 9:1 aus, hat jedoch einen sehr hohen Hausvorteil (über 14 %), was sie zur schlechtesten Wette am Tisch macht.
- Keine Spielfertigkeiten erforderlich: Anders als beim Blackjack müssen nach dem Setzen keine Entscheidungen mehr getroffen werden. Die Regeln legen alle Ziehungen automatisch fest.
- Einsatzmanagement: Da es sich um ein reines Glücksspiel handelt, ist die Steuerung der Einsatzhöhen die einzige sinnvolle Entscheidung, die der Spieler treffen kann.
Geschichte von Baccarat (vereinfacht)
Über die Ursprünge von Baccarat wird diskutiert, doch die meisten Historiker führen es auf Italien im 15. Jahrhundert zurück, wo ein Spiel namens „Baccara“ (was auf Italienisch „Null“ bedeutet und sich auf den Wert der Bildkarten bezieht) gespielt wurde. Von Italien aus verbreitete sich das Spiel Ende des 15. Jahrhunderts während der Regierungszeit Karls VIII. nach Frankreich, wo es als „Chemin de Fer“ (Eisenbahn) und „Baccarat en Banque“ bekannt wurde.
Im 19. Jahrhundert erfreute sich Baccarat unter dem französischen Adel großer Beliebtheit. Napoleon soll ein begeisterter Anhänger des Spiels gewesen sein. Die französische Variante, „Chemin de Fer“, räumte den Spielern mehr Entscheidungsfreiheit ein – sie konnten wählen, ob sie eine dritte Karte ziehen wollten – und wurde in exklusiven Salons und privaten Clubs gespielt. In dieser Zeit etablierte sich der Zusammenhang des Spiels mit Reichtum und Weltgewandtheit.
Im 20. Jahrhundert gelangte das Spiel über den Atlantik. „Punto Banco“, die vereinfachte Version, die heute in Casinos am weitesten verbreitet ist, entstand in den 1950er Jahren in Argentinien und wurde 1959 von Tommy Renzoni in den Casinos von Las Vegas eingeführt. Im Gegensatz zu „Chemin de Fer“ entzieht „Punto Banco“ den Spielern jegliche Entscheidungsfreiheit – die Regeln für die dritte Karte sind fest vorgegeben, wodurch das Spiel zu einer reinen Glückssache wird.
Baccarat wurde berühmt durch James Bond, der in Ian Flemings erstem 007-Roman „Casino Royale“ (1953) Chemin de Fer spielt. Der filmische Glanz des Spiels hält bis heute an. In modernen Casinos generiert Baccarat mehr Umsatz als jedes andere Tischspiel, insbesondere in Macau, wo es über 80 % der Casinoeinnahmen ausmacht. High-Stakes-Baccarat-Räume mit Mindesteinsätzen von 100.000 US-Dollar oder mehr sind in großen asiatischen und internationalen Casinos gang und gäbe.