FreeCell-Solitär
FreeCell ist ein Solitär-Kartenspiel, das sich durch eine bemerkenswerte Eigenschaft auszeichnet: Nahezu jede Auslage ist gewinnbar.
Über FreeCell-Solitär
FreeCell ist ein Solitär-Kartenspiel, das sich durch eine bemerkenswerte Eigenschaft auszeichnet: Nahezu jede Auslage ist gewinnbar. Im Gegensatz zu den meisten Solitär-Spielen, bei denen das Glück eine große Rolle spielt, werden bei FreeCell alle 52 Karten von Beginn an offen ausgeteilt, sodass der Spieler über vollständige Informationen verfügt. Das Spiel bietet vier „Freizellen“ – temporäre Ablageplätze –, die als zentrale strategische Ressource dienen. Der Spieler muss vier Fundamentstapel nach Farbe von Ass bis König aufbauen und dabei die Karten über das Spielfeld und die Freizellen hinweg verschieben.
Spielanleitung für FreeCell-Solitär
Spielregeln
- Tableau: Alle 52 Karten werden offen in 8 Spalten ausgelegt. Die ersten 4 Spalten enthalten jeweils 7 Karten, die letzten 4 Spalten jeweils 6 Karten.
- Freizellen: Vier leere Felder in der oberen linken Ecke. Jedes kann genau eine Karte aufnehmen.
- Stapel: Vier Felder (oben rechts), eines pro Farbe. Die Karten werden vom Ass bis zum König aufgestiegen aufgestapelt.
- Karten verschieben: Es kann nur die oberste Karte jeder Spalte oder jedes freien Feldes verschoben werden. Lege die Karten auf dem Spielfeld in absteigender Reihenfolge und abwechselnd nach Farbe (rot auf schwarz, schwarz auf rot) ab.
- Superzug: Du kannst einen korrekt sortierten Kartenstapel als Ganzes verschieben, vorausgesetzt, es gibt genügend freie Zellen und leere Spalten, um die Karten theoretisch einzeln zu verschieben. Der maximale Stapel, den du verschieben kannst, entspricht (1 + Anzahl der leeren freien Zellen) × 2^(Anzahl der leeren Spalten).
- Leere Spalten: Jede einzelne Karte (oder jeder gültige Supermove-Stapel) kann auf eine leere Spalte gelegt werden.
- Gewinnen: Alle 52 Karten werden auf die Fundamentstapel verschoben.
Strategien
- Mehrere Züge im Voraus planen: Da alle Karten sichtbar sind, kannst (und solltest) du Sequenzen von 5–10 Zügen planen, bevor du handelst.
- Freie Zellen schonen: Freie Zellen sind deine wertvollste Ressource. Setze sie sparsam ein und versuche, sie so schnell wie möglich nach der Nutzung wieder zu leeren.
- Leere Spalten schaffen: Eine leere Spalte ist mehr wert als eine freie Zelle, da sie einen Stapel aufnehmen kann, nicht nur eine Karte. Leere kurze Spalten vorrangig.
- Baue frühzeitig auf Asse auf: Verschiebe Asse und niedrige Karten schnell auf die Ablagestapel, aber halte die Ablagestapel ausgewogen – ein zu weit im Voraus aufgebauter Ablagestapel kann notwendige Züge auf dem Spielfeld verhindern.
- Asse freilegen: Finde heraus, wo Asse und Zweien verborgen sind, und plane einen Weg, um sie freizulegen.
- Vermeide es, freie Zellen mit hohen Karten zu füllen: Könige und Damen in freien Zellen lassen sich nur schwer sinnvoll wieder platzieren. Lagere dort lieber vorübergehend niedrige oder mittlere Karten.
Geschichte von FreeCell-Solitär
FreeCell wurde 1978 von Paul Alfille erfunden, als er noch Medizinstudent an der University of Illinois war. Er programmierte die erste computergestützte Version auf einem PLATO-Bildungscomputersystem. Alfilles Originalversion verwendete bereits die Spielmechanik, die wir heute kennen – vier freie Zellen, acht Tableau-Spalten und alle Karten, die offen ausgeteilt werden.
Das Spiel erlangte große Popularität, als Microsoft es in Windows 95 (sowie in einigen Editionen von Windows 3.1 über das Microsoft Entertainment Pack) integrierte. Jim Horne programmierte die Microsoft-Version, in der jede Auslage von 1 bis 32.000 nummeriert wurde. Dieses Nummerierungssystem führte zu einer berühmten Gemeinschaftsaktion: Die Spieler versuchten systematisch, jede nummerierte Spielrunde zu lösen. Von den ursprünglichen 32.000 Spielrunden erwies sich nur Spielrunde Nr. 11.982 als unlösbar, was die Gewinnquote des Spiels auf erstaunliche 99,997 % brachte.
Weitere Untersuchungen von Dave Ring und anderen erweiterten die Analyse auf 1 Million Spielzüge und ergaben, dass etwa 99,999 % lösbar sind. Diese nahezu perfekte Lösbarkeit, kombiniert mit den vollständigen Informationen, die dem Spieler zur Verfügung stehen, macht FreeCell eher zu einem Geschicklichkeitsspiel als zu einem Glücksspiel – es ähnelt eher einem Rätsel als einem traditionellen Kartenspiel.
Der Einfluss von FreeCell reicht über den Bereich der Spiele hinaus. Informatiker haben das Spiel genutzt, um Planungsalgorithmen und die Komplexitätstheorie zu untersuchen. Das Spiel ist im allgemeinen Fall (beliebige Spielfeldgrößen) NP-vollständig, was bedeutet, dass es keinen bekannten effizienten Algorithmus gibt, um alle möglichen Konfigurationen zu lösen. Trotz dieser theoretischen Schwierigkeit ist die Standardversion mit 52 Karten für menschliche Spieler, die Fähigkeiten zur Mustererkennung und Planung entwickeln, sehr gut zu bewältigen.