Spider-Solitaire
Spider Solitaire ist eines der beliebtesten und anspruchsvollsten Solitaire-Kartenspiele.
Über Spider-Solitaire
Spider Solitaire ist eines der beliebtesten und anspruchsvollsten Solitaire-Kartenspiele. Gespielt wird mit zwei Standardkartenspielen à 52 Karten (insgesamt 104 Karten). Das Ziel besteht darin, auf dem Spielfeld vollständige Folgen von 13 Karten derselben Farbe vom König bis zum Ass zu bilden. Sobald eine vollständige Folge zusammengestellt ist, wird sie automatisch entfernt. Das Spiel kann mit einer Farbe (leicht), zwei Farben (mittel) oder allen vier Farben (schwer) gespielt werden, wodurch es für Anfänger zugänglich ist und gleichzeitig erfahrenen Spielern tiefgehende strategische Möglichkeiten bietet.
Spielanleitung für Spider-Solitaire
Spielregeln
- Tisch: Es werden 10 Spalten ausgeteilt. Die ersten 4 Spalten erhalten jeweils 6 Karten, die restlichen 6 Spalten jeweils 5 Karten. Nur die oberste Karte jeder Spalte liegt offen (54 ausgegebene Karten, 50 im Stapel).
- Stapel: Die restlichen 50 Karten bilden den Stapel, der in 5 Stapeln zu je 10 Karten angeordnet ist.
- Ziel: Bilden Sie vollständige absteigende Folgen aus 13 Karten (K-Q-J-10-9-8-7-6-5-4-3-2-A) derselben Farbe. Fertige Folgen werden vom Tableau entfernt.
- Karten verschieben: Du kannst eine Karte auf eine andere Karte legen, die einen Rang höher ist, unabhängig von der Farbe. Es können jedoch nur Folgen derselben Farbe als Gruppe verschoben werden.
- Aus dem Stapel austeilen: Wenn du nicht weiterkommst (oder es so willst), teile jeweils eine Karte offen auf jede der 10 Spalten aus. Alle Spalten müssen gefüllt sein, um Karten austeilen zu können.
- Leere Spalten: Jede Karte oder jede Folge derselben Farbe kann auf eine leere Spalte gelegt werden.
- Gewinnen: Entferne alle 8 vollständigen Folgen (2 pro Farbe im 4-Farben-Modus).
Schwierigkeitsvarianten
- 1 Farbe (nur Pik): Alle 104 Karten sind Pik. Da die Farbe keine Rolle spielt, kann jede absteigende Folge als Gruppe verschoben werden. Gewinnwahrscheinlichkeit: ~60 %.
- 2 Farben (Pik und Herz): Zwei Farben mit jeweils 52 Karten. Stapel mit gemischten Farben können gebildet werden, aber nur Folgen derselben Farbe können gemeinsam verschoben werden. Gewinnwahrscheinlichkeit: ~20 %.
- 4 Farben: Alle vier Farben sind vertreten. Die größte Herausforderung – erfordert sorgfältige Planung. Gewinnwahrscheinlichkeit: ~8 %.
Strategien
- Sequenzen derselben Farbe bilden: Lege Karten immer vorzugsweise auf Karten derselben Farbe. Stapel mit gemischten Farben schränken die spätere Bewegungsfreiheit ein.
- Versteckte Karten aufdecken: Gib Zügen Vorrang, die verdeckte Karten aufdecken, insbesondere in Spalten mit vielen versteckten Karten.
- Leere Spalten schaffen: Leere Spalten sind äußerst wertvoll – sie dienen als vorübergehender Zwischenablageplatz und ermöglichen komplexe Umgestaltungen. Vermeide es, sie unbedacht zu füllen.
- Das Austeilen verzögern: Schöpfe alle sinnvollen Züge aus, bevor du aus dem Stapel austeilst. Jedes Austeilen erhöht die Komplexität und kann wichtige Karten unter anderen vergraben.
- Vor dem Austeilen vorausplanen: Versuchen Sie vor dem Austeilen aus dem Stapel, die Spalten so anzuordnen, dass die neuen Karten möglichst günstig platziert werden.
- Konzentrieren Sie sich auf fast vollständige Folgen: Wenn eine Folge fast von König bis Ass reicht, sollten Sie vorrangig versuchen, sie zu vervollständigen, um Platz auf dem Spielfeld freizumachen.
Geschichte von Spider-Solitaire
Spider Solitaire wird seit mindestens den frühen 1900er Jahren mit physischen Karten gespielt, obwohl seine genauen Ursprünge unbekannt sind. Das Spiel taucht in mehreren Sammelbänden über Kartenspiele aus der Mitte des 20. Jahrhunderts auf, darunter in Büchern von Albert Morehead und Geoffrey Mott-Smith. Der Name „Spider“ bezieht sich vermutlich auf die acht Ablagestapel (Beine einer Spinne) in der ursprünglichen Variante, obwohl die gängigste moderne Version ausschließlich das Spielfeld nutzt.
Das Spiel erlangte weltweite Bekanntheit, als Microsoft es in Windows ME (2000) und Windows XP (2001) integrierte. Die von David Vaskevitchs Team programmierte Microsoft-Version bot drei Schwierigkeitsstufen, die auf der Anzahl der Farben basierten, wodurch das Spiel für ein breites Spektrum an Spielern zugänglich wurde. Es entwickelte sich zu einem der meistgespielten Spiele unter Windows und konkurrierte in seiner Beliebtheit mit dem ursprünglichen Klondike-Solitaire.
Spider Solitaire wurde aus mathematischer Sicht umfassend untersucht. Bei vier Farben wird die theoretische Gewinnquote bei perfektem Spiel auf etwa 1 zu 3 Spielen geschätzt, obwohl die praktischen Gewinnquoten deutlich niedriger sind. Das Spiel beinhaltet erhebliche versteckte Informationen (verdeckte Karten) und erfordert langfristige Planung, was es zu einem der strategisch anspruchsvolleren Solitaire-Spiele macht.
Die anhaltende Beliebtheit des Spiels hat dazu geführt, dass es in praktisch jeder Solitaire-Sammlung auf Mobilgeräten und Computern enthalten ist. Die „Microsoft Solitaire Collection“, die ab Windows 8 die eigenständigen Solitaire-Spiele abgelöst hat, enthält „Spider“ als eines ihrer fünf Kernspiele, komplett mit täglichen Herausforderungen und globalen Bestenlisten.