Nine Men's Morris (Mill)
„Nine Men’s Morris“, auch bekannt als „Mill“, „Merels“ oder „Mühle“, ist eines der ältesten bekannten Brettspiele.
Über Nine Men's Morris (Mill)
„Nine Men’s Morris“, auch bekannt als „Mill“, „Merels“ oder „Mühle“, ist eines der ältesten bekannten Brettspiele. Zwei Spieler verfügen jeweils über neun Spielsteine, die sie auf einem Brett platzieren und anschließend bewegen. Das Brett besteht aus drei konzentrischen Quadraten, die durch Linien an den Mittelpunkten miteinander verbunden sind. Wenn ein Spieler entlang einer Linie eine Reihe aus drei Spielsteinen bildet (eine „Mühle“), darf er einen der Spielsteine des Gegners vom Brett entfernen. Das Ziel ist es, den Gegner auf zwei Spielsteine zu reduzieren (sodass er keine Mühlen mehr bilden kann) oder alle seine Züge zu blockieren.
Spielanleitung für Nine Men's Morris (Mill)
Spielregeln
- Das Spielbrett besteht aus 24 Schnittpunkten, die als drei konzentrische Quadrate angeordnet sind, die an den Mittelpunkten ihrer Seiten miteinander verbunden sind.
- Jeder Spieler verfügt über 9 Spielsteine in seiner eigenen Farbe.
- Phase 1 – Platzieren: Die Spieler legen abwechselnd einen Stein auf einen beliebigen freien Schnittpunkt, bis alle 18 Steine auf dem Spielbrett liegen.
- Phase 2 – Ziehen: Die Spieler ziehen abwechselnd einen ihrer Steine entlang einer Linie zu einem angrenzenden freien Schnittpunkt.
- Phase 3 – Fliegen (optionale Regel): Wenn ein Spieler nur noch 3 Spielsteine hat, darf er zu jedem beliebigen freien Schnittpunkt ziehen (fliegen), nicht nur zu benachbarten.
- Bildung einer Mühle: Wenn ein Spieler eine gerade Reihe aus drei seiner Spielsteine entlang einer Spielfeldlinie bildet, hat er eine Mühle gebildet und muss sofort einen Spielstein des Gegners entfernen.
- Spielsteine, die derzeit Teil einer Mühle sind, dürfen nicht entfernt werden, es sei denn, es sind keine anderen Spielsteine mehr verfügbar.
- Ein „Mill“ kann wiederholt „geöffnet“ und „geschlossen“ werden – das Herausziehen eines Spielsteins aus einem „Mill“ und das Zurücklegen in einem späteren Zug gilt als Bildung eines neuen „Mill“.
- Ein Spieler gewinnt, indem er den Gegner auf 2 Spielsteine reduziert oder alle möglichen Züge des Gegners blockiert.
Strategien
- Kontrolliere die Schnittpunkte: Die Schnittpunkte, die die drei Ringe verbinden (die Mittelpunkte der Seiten), sind die wertvollsten Positionen. Sie sind mit vier benachbarten Schnittpunkten verbunden und bieten maximale Flexibilität.
- Doppelmühle (Pendel): Schaffe eine Konstellation, bei der das Herausziehen einer Figur aus einer Mühle gleichzeitig eine weitere Mühle bildet. So kannst du in jedem Zug eine gegnerische Figur entfernen – ein vernichtender Vorteil.
- Gegnerische Mühlen blockieren: Achte auf die „Zwei-in-einer-Reihe“-Formationen deines Gegners und blockiere sie, bevor die dritte Figur die Mühle vervollständigt.
- Strategie für die Platzierungsphase: Konzentriere dich während der Platzierungsphase darauf, potenzielle „Mills“ vorzubereiten und wichtige Kreuzungen zu kontrollieren, anstatt sofort „Mills“ zu bilden. Die Platzierungsphase entscheidet maßgeblich über den Ausgang des Spiels.
- Halte die Spielsteine miteinander verbunden: Isolierte Spielsteine sind weniger nützlich. Halte deine Spielsteine in Gruppen, in denen sie sich gegenseitig unterstützen und „Mill“-Formationen bedrohen können.
- Auf drei reduzieren: Wenn dein Gegner nur noch drei Spielsteine hat und die Flugregel aktiv ist, verzweifle nicht – ein Spieler mit drei Spielsteinen verfügt zwar über enorme Mobilität, hat aber nicht genug Spielsteine, um leicht „Mills“ zu bilden. Schränke seine Möglichkeiten ein.
Geschichte von Nine Men's Morris (Mill)
„Nine Men’s Morris“ ist eines der ältesten bekannten Brettspiele der Menschheitsgeschichte. An antiken Fundstätten auf der ganzen Welt wurden in Stein gemeißelte Spielbretter entdeckt. Das älteste bekannte Spielbrett wurde im Kurna-Tempel in Ägypten gefunden und datiert auf etwa 1400 v. Chr. Spielbretter wurden außerdem an Fundstätten aus der Bronzezeit in Irland, an Wikinger-Grabstätten in Skandinavien sowie in die Klösterbänke von Kathedralen im mittelalterlichen Europa eingemeißelt.
Das Spiel war während des Römischen Reiches äußerst beliebt, wo es als „Terni Lapilli“ oder „Ludus Latrunculorum“ bekannt war (auch wenn Wissenschaftler darüber streiten, ob sich diese Namen genau auf dieses Spiel beziehen). In die Pflastersteine des Forum Romanum und anderer öffentlicher Gebäude eingemeißelte Spielbretter deuten darauf hin, dass es ein weit verbreiteter Zeitvertreib war. Das Spiel blieb während des gesamten Mittelalters in Europa beliebt und wird 1283 in Alfons X.s „Libro de los Juegos“ (Buch der Spiele) erwähnt, einem der ältesten Bücher über Brettspiele.
Der Name „Morris“ steht in keinem Zusammenhang mit dem englischen Nachnamen oder dem Morris-Tanz. Er leitet sich wahrscheinlich vom lateinischen Wort „merellus“ (Spielstein oder Spielfigur) ab, das sich im Mittelenglischen zu „merels“ entwickelte. Im Deutschen heißt das Spiel „Mühle“, und in vielen Sprachen bezieht sich der Name auf das Konzept, eine Reihe oder Mühle aus drei Spielsteinen zu bilden.
Im Jahr 1993 löste Ralph Gasser „Nine Men’s Morris“ rechnerisch und bewies, dass das Spiel bei perfektem Spiel beider Seiten (ohne die „Flying“-Regel) unentschieden endet. Mit der „Flying“-Regel für drei verbleibende Spielsteine steigt die Komplexität des Spiels, doch die Standardversion ohne „Flying“ ist vollständig gelöst. Obwohl das Spiel theoretisch gelöst ist, bleibt es für menschliche Spieler spannend, da die Anzahl der Stellungen (etwa 10 Milliarden in Phase 2) viel zu groß ist, um sie sich einfach auswendig zu merken. Das Spiel wird weiterhin weltweit gespielt, insbesondere in Europa und Teilen Afrikas, und digitale Versionen sind weit verbreitet.