Tangram

Das Tangram ist ein Zusammensetzungsrätsel, das aus sieben flachen geometrischen Teilen, den sogenannten „Tans“, besteht, die zusammen ein Quadrat bilden.

Über Tangram

Das Tangram ist ein Zusammensetzungsrätsel, das aus sieben flachen geometrischen Teilen, den sogenannten „Tans“, besteht, die zusammen ein Quadrat bilden. Das Ziel besteht darin, alle sieben Teile – ohne dass sie sich überlappen – so anzuordnen, dass sie eine bestimmte Silhouette bilden. Zu den Teilen gehören zwei große rechtwinklige Dreiecke, ein mittelgroßes rechtwinkliges Dreieck, zwei kleine rechtwinklige Dreiecke, ein Quadrat und ein Parallelogramm. Es lassen sich Hunderte von Formen bilden, von Tieren und Menschen bis hin zu Buchstaben und abstrakten Figuren.

Spielanleitung für Tangram

Regeln

  1. Du erhältst eine Zielsilhouette (Umriss), die du nachbilden sollst.
  2. Du musst alle sieben Teile verwenden – nicht mehr und nicht weniger.
  3. Die Teile müssen flach auf der Oberfläche aufliegen.
  4. Die Teile dürfen sich nicht überlappen.
  5. Die Teile dürfen frei gedreht und gespiegelt werden.
  6. Die fertige Anordnung muss die Zielsilhouette genau ausfüllen.

Die sieben Teile

  • 2 große rechtwinklige Dreiecke (jedes entspricht der Hälfte des gesamten Quadrats)
  • 1 mittleres rechtwinkliges Dreieck (ein Viertel des gesamten Quadrats)
  • 2 kleine rechtwinklige Dreiecke (jedes entspricht einem Achtel des gesamten Quadrats)
  • 1 Quadrat (ein Achtel des gesamten Quadrats)
  • 1 Parallelogramm (ein Achtel des gesamten Quadrats) – das einzige Teil, das möglicherweise gespiegelt werden muss

Strategien

  • Beginne mit den großen Teilen: Die beiden großen Dreiecke nehmen die größte Fläche ein. Platziere sie zuerst, um den groben Umriss der Form festzulegen.
  • Rechte Winkel erkennen: Achte auf rechtwinklige Ecken in der Silhouette – diese werden oft durch Dreiecksecken ausgefüllt.
  • Verwende das Parallelogramm zuletzt: Das Parallelogramm ist das kniffligste Teil, da es das einzige nicht-symmetrische ist (es kann spiegelbildlich gedreht werden). Probieren Sie zuerst andere Teile aus und verwenden Sie das Parallelogramm, um die verbleibenden Lücken zu füllen.
  • Suchen Sie nach bekannten Teilformen: Viele Silhouetten enthalten kleinere Quadrate, Dreiecke oder Rechtecke, die sich aus bekannten Kombinationen von Teilen bilden lassen.
  • Berechne die Fläche: Jedes Teil hat einen bekannten Anteil an der Gesamtfläche. Wenn ein Bereich der Silhouette für ein Teil zu groß oder zu klein erscheint, versuche es mit einer anderen Platzierung.
  • Kantenausrichtung: Die Teile haben nur eine begrenzte Anzahl von Kantenlängen. Das Zusammenführen gleich langer Kanten führt oft zur richtigen Platzierung.
Geschichte von Tangram

Das Tangram ist eines der ältesten und bekanntesten Zerlegungspuzzles der Welt und hat seinen Ursprung im China des späten 18. Jahrhunderts. Sein chinesischer Name lautet „qi qiao ban“ (七巧板), was so viel bedeutet wie „sieben Geschicklichkeitsbretter“ oder „sieben clevere Teile“.

Die früheste bekannte Erwähnung des Tangrams findet sich in einem chinesischen Buch aus dem Jahr 1796 während der Qing-Dynastie, obwohl einige Historiker glauben, dass das Puzzle noch älter sein könnte. Das Puzzle erfreute sich in China enormer Beliebtheit und verbreitete sich im frühen 19. Jahrhundert nach Europa und Amerika. Um 1817 fegte eine große Welle der „Tangram-Manie“ durch Europa, als Handelsschiffe das Puzzle aus Kanton mitbrachten. Bücher mit Tangram-Rätseln wurden in mehreren Sprachen veröffentlicht, und es wurde zu einem modischen Gesellschaftsspiel in den Kreisen der Oberschicht. Napoleon Bonaparte soll während seines Exils auf St. Helena ein begeisterter Tangram-Spieler gewesen sein, obwohl diese Behauptung unter Historikern umstritten ist.

Die Herkunft des englischen Namens „Tangram“ ist ungewiss. Eine Theorie führt ihn auf das veraltete englische Wort „trangram“ zurück, das ein Puzzle oder eine Kleinigkeit bezeichnet. Eine andere Theorie geht davon aus, dass er sich aus „Tang“ (wie in der chinesischen Dynastie) in Verbindung mit dem griechischen Suffix „-gram“ (etwas Geschriebenes oder Gezeichnetes) ableitet. Trotz seiner alten Wurzeln ist das Puzzle nie aus der Mode gekommen.

Im 20. und 21. Jahrhundert hat sich das Tangram im Bildungswesen als Hilfsmittel für den Unterricht in Geometrie, räumlichem Denken und Problemlösen weit verbreitet. Die Mathematiker Fu Traing Wang und Chuan-Chih Hsiung bewiesen 1942, dass sich mit den sieben Tangram-Teilen nur 13 konvexe Formen bilden lassen. Das Puzzle hat unzählige Variationen, digitale Apps und Wettbewerbe inspiriert und ist nach wie vor eines der bekanntesten Puzzles der Welt.